Steinheim an der Murr.html

 
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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Steinheim an der Murr
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Steinheim an der Murr hervorgehoben
Koordinaten: 48° 58′ N, 9° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Ludwigsburg
Höhe: 200 m ü. NN
Fläche: 23,19 km²
Einwohner: 11.962 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 516 Einwohner je km²
Postleitzahl: 71711
Vorwahl: 07144
Kfz-Kennzeichen: LB
Gemeindeschlüssel: 08 1 18 070
Adresse der Stadtverwaltung: Marktstraße 29
71711 Steinheim an der Murr
Webpräsenz:
Bürgermeister: vakant[2]

Steinheim an der Murr ist eine Stadt im Landkreis Ludwigsburg in Baden-Württemberg.

Steinheim ist Fundort des Homo steinheimensis, der mit einem geschätzten Alter von etwa 250.000 Jahren der drittälteste Fund aus der Frühgeschichte der Menschheit in Europa ist.

Inhaltsverzeichnis

Bearbeiten Geografie

Steinheim liegt am Unterlauf der Murr in 190 bis 392 Meter Höhe im Nordosten des Landkreises Ludwigsburg. Die Bottwar durchfließt den Ort und mündet ein wenig westlich des Ortszentrums in die Murr.

Bearbeiten Stadtgliederung

Steinheim an der Murr besteht aus den Stadtteilen Höpfigheim, Kleinbottwar und Steinheim. Die räumlichen Grenzen der Stadtteile sind identisch mit denen der ehemaligen Gemeinden gleichen Namens. Die offizielle Benennung der Stadtteile erfolgt durch vorangestellten Namen der Stadt und durch Bindestriche verbunden nachgestellt der Name der Stadtteile. Die Stadtteile bilden zugleich Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung und in den Stadtteilen Höpfigheim und Kleinbottwar sind Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender eingerichtet. Zum Stadtteil Höpfigheim gehören das Dorf Höpfigheim (3 km nordwestlich von Steinheim an der Murr) sowie die abgegangene Ortschaft Spießhof. Zum Stadtteil Kleinbottwar gehören das Dorf Kleinbottwar (2 km nördlich von Steinheim an der Murr an der Bottwar gelegen), der Weiler Forsthof und Schloss und Gehöft Schaubeck. Zum Stadtteil Steinheim gehören das Dorf Steinheim an der Murr, die Weiler Lehrhof und Vorderbirkenhof und das Gehöft Buchhof sowie die abgegangenen Ortschaften Hornungshof und Sigebotsbůch.[3][4]

Bearbeiten Nachbargemeinden

Wichtigste Nachbarorte sind Großbottwar im Norden, Murr (unmittelbar westlich angrenzend) und Rielingshausen (Stadtteil von Marbach am Neckar) im Osten. Ebenfalls im Osten begrenzt der Hardtwald das Stadtgebiet.

Bearbeiten Geschichte

Marktbrunnen und Rathaus

Das Gebiet Steinheims war bereits in der Römerzeit besiedelt (90–260 n. Chr.), wovon Ausgrabungen eines römisches Bades zeugen. Seine erste Erwähnung findet Steinheim im Lorscher Codex, der vom Jahr 832 datiert. Im 12. Jahrhundert errichteten die Markgrafen von Baden auf den Überresten des römischen Bades einen Herrenhof. Ab 1255 bestand in Steinheim im früheren badischen Herrenhof ein einflussreiches Frauenkloster der Dominikanerinnen, das u. a. auch Ländereien in Esslingen am Neckar erwarb und ab 1271 die Ortsherrschaft innehatte. Der Stadtname lautete seinerzeit noch „Steinen“. Das Kloster wurde während der Reformation zwischen 1550 und 1560 säkularisiert und brannte im Jahre 1643 vollständig ab; Ausgrabungsfunde sind heute im Stadtmuseum zu besichtigen. Vor dem Übergang an Württemberg im Jahre 1564 wurde der Ort gelegentlich als Stadt bezeichnet, formell wurde das Stadtrecht jedoch erst 1955 verliehen.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Steinheim zu einem bedeutenden Standort der württembergischen Möbelindustrie, welche heutzutage allerdings so gut wie keine Rolle mehr spielt. Steinheim gehörte zum Oberamt Marbach und kam nach dessen Auflösung 1938 zum Landkreis Ludwigsburg.

1933 wurde bei Steinheim der Schädel eines Urmenschen, des sogenannten Homo steinheimensis, gefunden. Es ist bis heute der drittälteste Menschenfund in ganz Europa. Dem Homo steinheimensis ist das Urmensch-Museum in Steinheim gewidmet.

Neben dem Museum zählt zu den heutigen Attraktionen das Wellarium, ein Freibad mit künstlicher Meereswellensimulation.

Kleinbottwar gehörte im Mittelalter verschiedenen Rittergeschlechtern, erst 1805 kam es an Württemberg. Am 1. Dezember 1971 wurde Kleinbottwar nach Steinheim eingemeindet.

Höpfigheim gehörte seit dem 14. Jahrhundert den Grafen/Herzögen von Württemberg, die es als Lehen weitergaben, u. a. an die Jäger von Gärtringen, die auch das kleine Schloss im Ortszentrum erbauten. Dieses war ursprünglich eine Wasserburg (die einzige im Landkreis Ludwigsburg), bis der Wassergraben im 18. Jahrhundert zugeschüttet und die Zug- durch eine Steinbrücke ersetzt wurde. Die Eingemeindung nach Steinheim erfolgte am 1. Januar 1973.

Bearbeiten Politik

Bearbeiten Gemeinderat

Die Wahl zum Gemeinderat am 13. Juni 2004 brachte folgendes Ergebnis:

  1. CDU 38,0 % (−3,6): 9 Sitze (−1)
  2. SPD 27,6 % (–6,8): 6 Sitze (−2)
  3. FWG 22,8 % (−1,2): 5 Sitze (=)
  4. GRÜNE 11,6 % (+11,6): 2 Sitze (+2)

Bearbeiten Wappen und Flagge

Die Blasonierung des Stadtwappens lautet: „In Rot unter dem reichsapfelähnlichen goldenen Fleckenzeichen sechs aufeinandergeschichtete Silberne Steine (1:2:3).“ Die Stadtflagge ist rot-gelb-weiß und in dieser Farbfolge seit 1863 belegt.

Wappen Höpfigheims

Das Wappen Höpfigheims zeigt in Blau unter einer liegenden goldenen Hirschstange ein mit dem Mundstück nach links gekehrtes goldenes Jagdhorn an goldener Fessel.


Wappen Kleinbottwars

Das Wappen Kleinbottwars zeigt in Schwarz das goldene Fleckenzeichen in Form einer Gürtelschnalle (ein goldener Ring, darin eine goldene Leiste).


Bearbeiten Wirtschaft und Infrastruktur

Steinheim ist ein Weinbauort, dessen Lagen zur Großlage Wunnenstein im Bereich Württembergisch Unterland des Weinbaugebietes Württemberg gehören.

ehemaliger Bahnhof von Steinheim an der Murr

Bearbeiten Verkehr

Kleinbottwar und Steinheim lagen an der Bottwarbahn, einer Schmalspurstrecke von Marbach am Neckar nach Beilstein, die 1894 eingeweiht wurde. Später wurde die Strecke bis nach Heilbronn-Süd erweitert.

1966 wurde der Personenverkehr jedoch eingestellt, der Güterverkehr wurde nach Umspurung zwischen Marbach und Steinheim bis 1989 weitergeführt. Heute erinnert in Steinheim am alten Bahnhof die Lokomotive 99 651 (im Volksmund „Entenmörder“ genannt) an die Zeit der Schmalspurbahn.

Bearbeiten Öffentliche Einrichtungen

Es gibt ein Alten- und Pflegeheim der kreiseigenen Kleeblatt Pflegeheime.

Bearbeiten Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bearbeiten Steinheim

  • Urmensch-Museum
  • Museum zur Stadtgeschichte
  • Fachwerkrathaus von 1686
  • Wasserrad von 1896
  • Schmalspur-Tenderlokomotive 99 651 von 1918 (sog. „Entenmörder“)
  • Mineralwellenfreibad Wellarium

Bearbeiten Kleinbottwar

  • Burg Schaubeck wurde erstmals 1272 erwähnt und ist heute Sitz des Weinguts Graf Adelmann.
  • Die St.-Georgs-Kirche wurde 1499 geweiht. Der bedeutendste Kunstschatz der Kirche ist der spätgotische Schnitzaltar um 1500/20, der von den Herren von Plieningen gestiftet wurde, die auch als Erbauer der Kirche gelten. Im Mittelpunkt des Altars steht eine Marienfigur, die links von Kirchenpatron Georg und rechts von St. Ägidius flankiert wird. Georg ist als Ritter in Uniform dargestellt und hat das Plieninger Wappen zu seinen Füßen. Die Kirche enthielt einst auch historische Glasmalereien in den Chorfenstern, die lange als verschollen galten, von denen jedoch mehrere in den 1980er Jahren im Germanischen Museum Nürnberg und in Schloss Lichtenstein wiederentdeckt wurden.

Bearbeiten Höpfigheim

  • Schloss und Torhaus (um 1600)
  • Georgskirche, um 1490 als Chorturmkirche, besitzt Grabdenkmäler der Renaissancezeit

Bearbeiten Persönlichkeiten

Im Gebiet des heutigen Steinheim wurden geboren:

  • Eduard Zeller (1814–1908), Theologe und Philosoph, geboren in Kleinbottwar

Bearbeiten Weblinks

Commons Commons: Steinheim an der Murr – Bilder, Videos und Audiodateien

Bearbeiten Einzelnachweise

  1. Einwohnerzahlen
  2. Bis zur Wahl eines neuen Bürgermeisters am 30. November 2008
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 455–458
  4. Hauptsatzung der Stadt Steinheim an der Murr vom 13. November 2001, zuletzt geändert am 22. November 2005
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