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Steinheim an der Murr ist eine Stadt im Landkreis Ludwigsburg in Baden-Württemberg. Steinheim ist Fundort des Homo steinheimensis, der mit einem geschätzten Alter von etwa 250.000 Jahren der drittälteste Fund aus der Frühgeschichte der Menschheit in Europa ist.
Bearbeiten GeografieSteinheim liegt am Unterlauf der Murr in 190 bis 392 Meter Höhe im Nordosten des Landkreises Ludwigsburg. Die Bottwar durchfließt den Ort und mündet ein wenig westlich des Ortszentrums in die Murr. Bearbeiten StadtgliederungSteinheim an der Murr besteht aus den Stadtteilen Höpfigheim, Kleinbottwar und Steinheim. Die räumlichen Grenzen der Stadtteile sind identisch mit denen der ehemaligen Gemeinden gleichen Namens. Die offizielle Benennung der Stadtteile erfolgt durch vorangestellten Namen der Stadt und durch Bindestriche verbunden nachgestellt der Name der Stadtteile. Die Stadtteile bilden zugleich Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung und in den Stadtteilen Höpfigheim und Kleinbottwar sind Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender eingerichtet. Zum Stadtteil Höpfigheim gehören das Dorf Höpfigheim (3 km nordwestlich von Steinheim an der Murr) sowie die abgegangene Ortschaft Spießhof. Zum Stadtteil Kleinbottwar gehören das Dorf Kleinbottwar (2 km nördlich von Steinheim an der Murr an der Bottwar gelegen), der Weiler Forsthof und Schloss und Gehöft Schaubeck. Zum Stadtteil Steinheim gehören das Dorf Steinheim an der Murr, die Weiler Lehrhof und Vorderbirkenhof und das Gehöft Buchhof sowie die abgegangenen Ortschaften Hornungshof und Sigebotsbůch.[3][4] Bearbeiten NachbargemeindenWichtigste Nachbarorte sind Großbottwar im Norden, Murr (unmittelbar westlich angrenzend) und Rielingshausen (Stadtteil von Marbach am Neckar) im Osten. Ebenfalls im Osten begrenzt der Hardtwald das Stadtgebiet. Bearbeiten GeschichteDas Gebiet Steinheims war bereits in der Römerzeit besiedelt (90–260 n. Chr.), wovon Ausgrabungen eines römisches Bades zeugen. Seine erste Erwähnung findet Steinheim im Lorscher Codex, der vom Jahr 832 datiert. Im 12. Jahrhundert errichteten die Markgrafen von Baden auf den Überresten des römischen Bades einen Herrenhof. Ab 1255 bestand in Steinheim im früheren badischen Herrenhof ein einflussreiches Frauenkloster der Dominikanerinnen, das u. a. auch Ländereien in Esslingen am Neckar erwarb und ab 1271 die Ortsherrschaft innehatte. Der Stadtname lautete seinerzeit noch „Steinen“. Das Kloster wurde während der Reformation zwischen 1550 und 1560 säkularisiert und brannte im Jahre 1643 vollständig ab; Ausgrabungsfunde sind heute im Stadtmuseum zu besichtigen. Vor dem Übergang an Württemberg im Jahre 1564 wurde der Ort gelegentlich als Stadt bezeichnet, formell wurde das Stadtrecht jedoch erst 1955 verliehen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Steinheim zu einem bedeutenden Standort der württembergischen Möbelindustrie, welche heutzutage allerdings so gut wie keine Rolle mehr spielt. Steinheim gehörte zum Oberamt Marbach und kam nach dessen Auflösung 1938 zum Landkreis Ludwigsburg. 1933 wurde bei Steinheim der Schädel eines Urmenschen, des sogenannten Homo steinheimensis, gefunden. Es ist bis heute der drittälteste Menschenfund in ganz Europa. Dem Homo steinheimensis ist das Urmensch-Museum in Steinheim gewidmet. Neben dem Museum zählt zu den heutigen Attraktionen das Wellarium, ein Freibad mit künstlicher Meereswellensimulation. Kleinbottwar gehörte im Mittelalter verschiedenen Rittergeschlechtern, erst 1805 kam es an Württemberg. Am 1. Dezember 1971 wurde Kleinbottwar nach Steinheim eingemeindet. Höpfigheim gehörte seit dem 14. Jahrhundert den Grafen/Herzögen von Württemberg, die es als Lehen weitergaben, u. a. an die Jäger von Gärtringen, die auch das kleine Schloss im Ortszentrum erbauten. Dieses war ursprünglich eine Wasserburg (die einzige im Landkreis Ludwigsburg), bis der Wassergraben im 18. Jahrhundert zugeschüttet und die Zug- durch eine Steinbrücke ersetzt wurde. Die Eingemeindung nach Steinheim erfolgte am 1. Januar 1973. Bearbeiten PolitikBearbeiten GemeinderatDie Wahl zum Gemeinderat am 13. Juni 2004 brachte folgendes Ergebnis:
Bearbeiten Wappen und FlaggeDie Blasonierung des Stadtwappens lautet: „In Rot unter dem reichsapfelähnlichen goldenen Fleckenzeichen sechs aufeinandergeschichtete Silberne Steine (1:2:3).“ Die Stadtflagge ist rot-gelb-weiß und in dieser Farbfolge seit 1863 belegt. Das Wappen Höpfigheims zeigt in Blau unter einer liegenden goldenen Hirschstange ein mit dem Mundstück nach links gekehrtes goldenes Jagdhorn an goldener Fessel. Das Wappen Kleinbottwars zeigt in Schwarz das goldene Fleckenzeichen in Form einer Gürtelschnalle (ein goldener Ring, darin eine goldene Leiste). Bearbeiten Wirtschaft und InfrastrukturSteinheim ist ein Weinbauort, dessen Lagen zur Großlage Wunnenstein im Bereich Württembergisch Unterland des Weinbaugebietes Württemberg gehören. Bearbeiten VerkehrKleinbottwar und Steinheim lagen an der Bottwarbahn, einer Schmalspurstrecke von Marbach am Neckar nach Beilstein, die 1894 eingeweiht wurde. Später wurde die Strecke bis nach Heilbronn-Süd erweitert. 1966 wurde der Personenverkehr jedoch eingestellt, der Güterverkehr wurde nach Umspurung zwischen Marbach und Steinheim bis 1989 weitergeführt. Heute erinnert in Steinheim am alten Bahnhof die Lokomotive 99 651 (im Volksmund „Entenmörder“ genannt) an die Zeit der Schmalspurbahn. Bearbeiten Öffentliche EinrichtungenEs gibt ein Alten- und Pflegeheim der kreiseigenen Kleeblatt Pflegeheime. Bearbeiten Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten Steinheim
Bearbeiten Kleinbottwar
Bearbeiten Höpfigheim
Bearbeiten PersönlichkeitenIm Gebiet des heutigen Steinheim wurden geboren:
Bearbeiten Weblinks
Bearbeiten Einzelnachweise
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