Berlin:
Rudolf Virchow-Denkmal
nahe der Charité
Fritz Klimsch (* 1870 in Frankfurt am Main; † 13. Februar 1960 in Freiburg) war ein deutscher Bildhauer.
Klimsch studierte an der Königlichen Akademischen Hochschule für die bildenden Künste in Berlin und war anschließend Schüler von Fritz Schaper. Gemeinsam mit Walter Leistikow und Max Liebermann gründete Klimsch 1898 die Berliner Sezession. Ab 1912 war Klimsch Mitglied der Preußischen Akademie der Künste und ab 1916 deren Senator. Seit 1921 wirkte er bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand 1935 als Professor an den Vereinigten Staatsschulen in Berlin.
In der Zeit des Nationalsozialismus war Klimsch als Künstler hoch angesehen, wie die Ausstellung im neu eröffneten Münchener Haus der Deutschen Kunst beweist, wo er mit 21 Objekten vertreten war. Klimsch schuf Büsten von Ludendorff, Wilhelm Frick und Hitler, aber auch eine Büste der Schauspielerin Marianne Hoppe. Nach einem Tagebucheintrag von Goebbels galt Klimsch als „der reifste unter unseren Plastikern. Ein Genie. Wie er den Marmor behandelt.“[1] 1944, in der Endphase des Zweiten Weltkriegs nannte ihn Hitler auf der Sonderliste der Gottbegnadetenlisten unter den 12 wichtigsten bildenden Künstlern.[2]
Kurz vor seinem Tod im Jahre 1960 erhielt Klimsch das Bundesverdienstkreuz. Fritz Klimsch war Ehrenbürger von Saig, wo er auch beigesetzt wurde.
Bearbeiten Künstlerische Entwicklung
Künstlerisch geprägt wurde Klimsch vor allem durch seine Studienreisen nach Italien, in den Jahren 1895 und 1901, sowie durch eine Griechenlandreise im Jahre 1901. Während sein Werk in frühen Jahren vom Geist des Jugendstils geprägt war, wandte sich Klimsch in späteren Jahren vermehrt klassischen Formen zu und erreichte durch seine Frauenakte seine größte Bekanntheit. Diese Hinwendung zu einem klassischen Kunstverständnis führte nach 1933 zu einer Vereinnahmung durch die Nationalsozialisten und zu einem Höhepunkt seiner Karriere in den späten 30er Jahren.
- Maja (vor dem Heimatmuseum Berlin-Köpenick, ursprünglich im Strandbad Müggelsee in Berlin-Rahnsdorf aufgestellt.
- Der Gefesselte, 1892 auf der Großen Berliner Kunstausstellung gezeigt.
- Die kleine Schauende
- Die Woge im Rosengarten Kyritz
- Die Sinnende
- Schreitende, Bronze 1936
- Berlin - Rudolf Virchow-Denkmal, auf dem Karlplatz vor der Charité (geschaffen 1906-10)
- Berlin - Emil Fischer-Sitzbild (Sandstein, 1921, Original zerstört; Nachbildungen aus Bronze in Dahlem und Mitte)
- Wetzlar - Bataillonsdenkmal 1914-18 des Rheinischen Jägerbataillons No. 8 (1924)
- Hermann Braun - Fritz Klimsch. Eine Dokumentation ISBN 398027800X
- Hermann Braun - Fritz Klimsch. Werke ISBN 3922612008
- Dr. Gustav Sichelschmidt - Berliner Denkmäler in alten Ansichten, Zaltbommel (Niederlande) 1979
- Uli Klimsch - Fritz Klimsch, Die Welt des Bildhauers, Berlin 1938
- Künstlerlexikon Thieme-Becker, Band 20, S. 502
- ↑ Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945, S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, S. 312.
- ↑ Ernst Klee, Kulturlexikon, S.311.
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